Wir haben KI ein Jahr lang für unser Marketing genutzt. Hier ist unser ehrliches Fazit.
Wir haben KI ein Jahr lang für unser Marketing genutzt. Hier ist unser ehrliches Fazit.
Über 1.000 Euro. So viel haben wir allein im vergangenen Monat für KI-Tools ausgegeben. ChatGPT, Claude, Perplexity, Canva AI, Freepik – und das ist noch ohne die Zeit gerechnet, die wir in Webinare, Tutorials und das schiere Ausprobieren gesteckt haben. Wir sagen das nicht, um zu klagen. Wir sagen es, weil wir der Meinung sind, dass man das wissen sollte, bevor man anfängt.
Denn der Eindruck, der gerade überall vermittelt wird – KI macht Marketing schneller, günstiger, einfacher – ist nicht falsch. Aber er ist auch nicht vollständig.
Was wirklich gut funktioniert
Das Beste, was KI uns gebracht hat, ist ein sehr simples Prinzip: Fragen stellen und Antworten bekommen. Klingt banal, ist es aber nicht. Wenn wir uns in ein neues Thema einarbeiten müssen, wenn wir für einen Kunden Hintergrundinformationen recherchieren oder wenn wir einfach wissen wollen, welche Argumente für eine bestimmte Zielgruppe relevant sind – dann ist ChatGPT, Perplexity oder Claude ein erstaunlich guter Gesprächspartner. Mit Quellenangaben. Schnell. Und meistens auf einem guten Niveau.
Das „meistens“ ist dabei wichtig. Denn die Ergebnisse müssen immer verifiziert werden. KI kann sich irren, Fakten verdrehen oder Quellen angeben, die so nicht existieren. Das ist keine Ausnahme, das ist die Regel – und das kostet wieder Zeit. Wer glaubt, er kann die Antwort einfach übernehmen, wird früher oder später einen peinlichen Moment erleben.
Was uns ebenfalls tatsächlich hilft: Blogtexte und Themen finden. Wir geben die Aufgabenstellung vor, erhalten einen Entwurf – und überarbeiten ihn dann. Der Text, den ihr gerade lest, ist ein gutes Beispiel dafür. Die Grundlage kommt aus einem Gespräch, den Feinschliff machen wir selbst. Das spart Arbeit, ist aber kein Selbstläufer. Ob das Thema wirklich zur Positionierung des Kunden passt, ob die Aussagen stimmen, ob die Tonalität die Zielgruppe erreicht – das entscheiden nach wie vor wir. Die KI weiß das nicht. Sie kann es gar nicht wissen.
Bei kreativen Prozessen ist das Bild gemischter. Wir fragen nach Ideen, bekommen einen Stapel davon – und unser Kreativteam ist oft enttäuscht. Die Vorschläge sind häufig generisch, vorhersehbar, ohne Ecken und Kanten. Aber manchmal passiert etwas Interessantes: Die mittelmäßige KI-Idee ärgert das Team so sehr, dass es erst recht in die Vollen geht. Manchmal braucht man eben ein schlechtes Beispiel, um das gute zu finden.
Ähnlich bei Reels: Wenn eine Social-Media-Strategie steht und wir konkrete Bildideen vorgeben, kann KI dabei helfen, diese schneller umzusetzen. Aber die Strategie muss vorher da sein. Und die entsteht nicht aus einem Prompt heraus, sondern aus Erfahrung, Marktkenntnis und einem echten Verständnis für den Kunden.
Wo KI uns im Stich gelassen hat
Präsentationen. Wir haben es versucht. Wir haben unser Brandbook hochgeladen, die Aufgabenstellung beschrieben, das Briefing so klar formuliert, wie wir konnten. Das Ergebnis war nicht brauchbar. Die Nachbearbeitung hat genauso lange gedauert wie eine Präsentation von Anfang an selbst zu erstellen. Da war nichts gewonnen.
Und dann ist da noch das Thema Bilder. Die Bildgenerierung von KI-Tools wird technisch immer besser – das stimmt, ChatGPT hat zuletzt wirklich aufgeholt. Aber wir nutzen das für unsere Kunden trotzdem nicht. Nicht weil wir die Qualität nicht anerkennen. Sondern weil wir für authentisches Marketing stehen. Echte Menschen, echte Orte, echte Momente. KI-generierte Bilder passen nicht dazu – egal wie gut sie aussehen. Was wir gelegentlich machen: Hintergründe anpassen, Bildausschnitte optimieren. Das ist eine andere Sache.
Was uns das alles gelehrt hat
Wir glauben nicht, dass unsere Branche in absehbarer Zeit ersetzt wird. Ganz im Gegenteil. Je mehr KI-Tools es gibt, desto mehr Wissen, Erfahrung und Urteilsvermögen braucht man, um sie sinnvoll einzusetzen. Wer einfach einen Prompt eintippt und hofft, dass am Ende ein fertiges Marketingkonzept rauskommt, wird viel Geld ausgeben und wenig zurückbekommen.
KI ist ein Werkzeug. Ein leistungsfähiges, das sich lohnt zu beherrschen. Aber ein Werkzeug, das ohne die richtige Hand dahinter keine guten Ergebnisse liefert. Und die Investition dafür – an Zeit, Geld und Lernbereitschaft – sollte man nicht unterschätzen.
Wir tun das nicht. Und deshalb können wir unseren Kunden ehrlich sagen, was davon für sie Sinn macht – und was nicht.
Wir haben viele Erfahrungen Gesammelt
und teilen diese gerne mit ihnen
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