Was die Marketingwelt gerade wirklich bewegt – unser Blick auf die OMR 2026

Was bringt uns die OMR für den Mittelstand in Europa

Zwischen Hype und Handlung: Was von der OMR 2026 wirklich bleibt.

 

Anfang Mai war Hamburg wieder Dreh- und Angelpunkt für alle, die im Marketing irgendetwas zu sagen haben. Über 70.000 Menschen, mehr als 800 Speaker, jede Menge lauter Musik und noch lautere Versprechen – das ist die OMR, das Online Marketing Rockstars Festival. Wir haben die Bühnen, die Panels und die Nachberichte der letzten Wochen sehr aufmerksam verfolgt. Nicht um zu wissen, was gerade hip ist. Sondern weil wir wissen wollen, was davon auch für unsere Kunden – mittelständische Unternehmen mit begrenzten Ressourcen und konkreten Zielen – wirklich relevant ist.

Hier ist unser ehrlicher Blick auf das, was in Hamburg diskutiert wurde. Und warum es mehr bedeutet, als es auf den ersten Blick scheint.

Die KI-Party ist vorbei. Die KI-Arbeit beginnt.

Das Thema der OMR 2026 war eigentlich klar, bevor das Festival begann: Künstliche Intelligenz. Was überraschte, war der Ton. Die Euphorie der Vorjahre wich spürbarer Nüchternheit. Der Tenor auf vielen Bühnen war sinngemäß: Der Hype ist durch. Jetzt müsst ihr liefern.

Nick Turley, der Chef von ChatGPT bei OpenAI, formulierte es dabei so, dass es hängen bleibt: KI entwickle sich gerade vom reaktiven Werkzeug zum aktiven Agenten. Das bedeutet, KI wartet künftig nicht mehr auf Anweisungen, sondern übernimmt eigenständig Aufgaben – Termine koordinieren, Kampagnen anpassen, Kundenkommunikation personalisieren. In der Fachsprache heißt das „agentic AI“. Für uns als Agentur bedeutet das, dass wir bereits heute beobachten, wie KI-gestützte Prozesse unsere eigene Arbeit verändern. Nicht weil wir experimentierfreudig sind, sondern weil wir keine andere Wahl haben, wenn wir für unsere Kunden die beste Arbeit leisten wollen.

Was auf der OMR auch klar wurde: Neue KI-Tools bringen wenig, wenn die Grundlage nicht stimmt. Unternehmen, die ihre Kundendaten nicht sauber gepflegt haben, kommen mit KI nicht weiter als ohne. Die Technologie macht sichtbar, was vorher unsichtbar im Verborgenen schlummerte – schlechte Daten, unklare Prozesse, fehlende Strategie. Das ist keine schlechte Nachricht, aber eine wichtige.

Was lohnt sich zu klären:

Welche Ihrer internen Abläufe – Angebote schreiben, Texte erstellen, Kundenkommunikation – könnten schneller und besser werden? Und: Ist Ihr Unternehmen überhaupt so aufgestellt, dass eine Zusammenarbeit mit KI-gestützten Prozessen funktioniert – oder fehlen dafür erst noch die Grundlagen?

Suchmaschinen denken um. Ihre Sichtbarkeit auch.

Ein Befund der OMR 2026 hat uns besonders aufgehorcht: Die Zugriffe über KI-gestützte Suche – also wenn Menschen nicht mehr google.com aufrufen, sondern ChatGPT, Perplexity oder ähnliche Tools fragen – sind im vergangenen Jahr um über 500 Prozent gestiegen. Fünfhundert Prozent. In einem Jahr.

Das klingt abstrakt, hat aber eine sehr konkrete Konsequenz: Wer bislang gut bei Google gefunden wurde, kann nicht mehr einfach davon ausgehen, dass das so bleibt. Denn die neue Generation von KI-Suchwerkzeugen funktioniert anders. Sie zitiert Quellen, fasst zusammen, empfiehlt direkt – und lässt dabei viele Websites außen vor, die bei klassischer Suche prominent aufgetaucht wären.

Für Unternehmen bedeutet das: Es reicht nicht mehr, eine gepflegte Website zu haben. Es braucht Inhalte, die so verfasst sind, dass sie auch von KI-Systemen verstanden, eingeordnet und weiterempfohlen werden. Wer das jetzt vernachlässigt, merkt es in zwölf oder achtzehn Monaten – dann nämlich, wenn die Anfragen ausbleiben und niemand mehr genau sagen kann, warum.

Das ist kein Grund zur Panik. Aber es ist ein Grund, die eigene Sichtbarkeitsstrategie nüchtern zu überprüfen.

Was lohnt sich zu klären:

Wann wurden die Inhalte Ihrer Website zuletzt grundlegend überarbeitet – nicht nur aktualisiert, sondern wirklich neu gedacht? Wissen Sie, über welche Wege Ihre Kunden heute zu Ihnen finden? Und sind Ihre Leistungen so beschrieben, dass eine KI sie verstehen, einordnen und jemandem weiterempfehlen würde, der danach sucht?

Daten sind das neue Gold – aber nur, wenn sie sauber sind

Dieses Thema zog sich durch die OMR wie ein roter Faden, egal ob es um KI, um Werbung oder um Kundenbeziehungen ging: Datenqualität entscheidet. Rolf Schumann von Schwarz Digits brachte es auf den Punkt: KI-Modelle werden immer austauschbarer. Der echte Wettbewerbsvorteil liegt in den eigenen Daten – wer seine Kunden kennt, wer weiß, was sie kaufen, wann sie abspringen und was sie zurückbringt, der hat einen Vorsprung, den kein Tool der Welt einfach ausgleicht.

Für mittelständische Unternehmen klingt das manchmal nach einer Welt, die weit weg ist. CRM-Systeme, Datenpflege, Automatisierung – das klingt nach IT-Projekten und internen Ressourcen, die man nicht hat. Tatsächlich fangen die meisten dieser Themen aber sehr klein an. Mit einer ordentlichen Kundenliste. Mit dem Wissen, wer die zehn treuesten Kunden sind und was sie verbindet. Mit einem Newsletter, der nicht einmal im Monat rausgeht, sondern der wirklich gelesen wird.

Der Unterschied liegt nicht in der Technologie. Er liegt darin, ob man überhaupt angefangen hat, systematisch hinzuschauen.

Was lohnt sich zu klären:

Haben Sie eine aktuelle, gepflegte Liste Ihrer Kunden – und nutzen Sie sie? Wissen Sie, welche Ihrer Kunden am treuesten sind und was diese Menschen verbindet? Und: Haben Sie einen Kanal, über den Sie Ihre Bestandskunden regelmäßig erreichen – oder laufen diese Kontakte einfach irgendwo mit, ohne dass wirklich etwas daraus wird?

Reichweite ist nicht Relevanz

Einer der interessantesten Diskussionsstränge auf der OMR 2026 drehte sich um die Creator Economy – also um Influencer, Content Creator, und die Frage, wie Marken mit ihnen zusammenarbeiten. Die Erkenntnis ist eigentlich simpel, aber trotzdem wird sie in der Praxis noch immer zu selten beherzigt: Wer viele Follower hat, hat noch lange nicht die richtigen.

Was Unternehmen suchen, ist Relevanz. Das Gefühl beim potenziellen Kunden, dass jemand wirklich für sie spricht. Und ausgerechnet im Zeitalter von KI-generiertem Content wird Authentizität wieder teurer. Weil sie seltener wird. Weil man Echtheit nicht algorithmisch erzeugen kann.

Das gilt übrigens nicht nur für große Marken mit Influencer-Budgets. Es gilt genauso für einen Handwerksbetrieb, der auf Instagram zeigt, wie ein Projekt wirklich entsteht. Für eine Steuerberaterin, die auf LinkedIn erklärt, wie sie denkt, nicht nur was sie weiß. Für ein Familienunternehmen, das eine Geschichte hat, die es noch gar nicht erzählt.

Reichweite kann man kaufen. Vertrauen nicht.

Was lohnt sich zu klären:

Was ist die Geschichte Ihres Unternehmens, die wirklich nur Sie erzählen können – und erzählen Sie sie irgendwo? Kann jemand, der Ihr Unternehmen noch nicht kennt, sich online ein echtes Bild von Ihnen machen – jenseits von Leistungslisten und Kontaktformularen? Wann haben Sie zuletzt etwas veröffentlicht, das nicht nur Produkt war, sondern Haltung, Persönlichkeit oder eine Meinung?

Europa als Spielfeld – auch für den Mittelstand

Ein Thema, das auf der OMR dieses Jahr erstmals wirklich prominenten Raum einnahm, ist die digitale Souveränität Europas. Vereinfacht gesagt geht es um die Frage: Wollen wir als Unternehmen, als Wirtschaftsraum, wirklich vollständig abhängig sein von amerikanischen oder chinesischen Plattformen und Diensten?

Das klingt politisch. Ist es auch. Aber es hat praktische Konsequenzen. Welche Daten landen wo? Wem gehören die Infrastrukturen, auf denen digitale Kommunikation stattfindet? Und welche europäischen Alternativen gibt es, die inzwischen wirklich funktionieren?

Für unsere Kunden ist das keine theoretische Debatte. Datenschutz, DSGVO-Konformität und die Frage, ob die eigene Website auf sicheren Fundamenten steht, sind praktische Fragen, die wir täglich begleiten. Dass diese Diskussion auf der OMR inzwischen auf denselben Bühnen stattfindet wie Wachstumsstrategien und KI-Hype – das ist ein Zeichen dafür, dass der Markt diese Fragen ernst nimmt. Und dass Unternehmen, die sich damit beschäftigen, einen handfesten Vorteil haben gegenüber denen, die es nicht tun.

Was lohnt sich zu klären:

Wissen Sie, wo die Daten Ihrer Kunden und Interessenten gespeichert sind – und wem die Server gehören, auf denen das passiert? Ist Ihre Website wirklich DSGVO-konform, oder verlassen Sie sich auf ein „das haben wir damals eingerichtet“? Und: Nutzen Sie Tools oder Plattformen, bei denen Sie im Zweifel gar nicht sagen könnten, was mit den gesammelten Daten passiert?

Was wir daraus mitnehmen

Die OMR 2026 hat uns in dem bestätigt, was wir in unserer täglichen Arbeit schon erleben: Marketing ist gerade nicht schwieriger geworden. Es ist komplexer. Der Unterschied liegt darin, dass Komplexität nicht durch Aktionismus gelöst wird, sondern durch Klarheit.

Klarheit darüber, wen man eigentlich erreichen will. Klarheit darüber, was man zu sagen hat, das wirklich nur man selbst sagen kann. Und Klarheit darüber, welche Instrumente zu diesem Unternehmen, zu dieser Zielgruppe und zu diesem Moment passen.

Das ist keine Frage der Technologie. Es ist eine Frage der Haltung. Und genau da setzen wir an.

Sie wollen wissen, was diese Entwicklungen konkret für Ihr Unternehmen bedeuten? Wir schauen gerne gemeinsam hin.

NUSSBAUM Marketing & Kommunikation GmbH
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