Relevante Zielgruppen erkennen:

So gewinnt Ihre Positionierung an Kraft

Blaumeise im Anzug auf dem Schreibtisch versucht mittels seine Zielgruppen besser zu verstehen

Zielgruppen sind Entscheidungssituationen.

Dieser Satz verändert die Perspektive auf Positionierung. Alter, Branche, Funktion oder Unternehmensgröße liefern eine erste Orientierung. Die entscheidende Tiefe entsteht durch die Situation, in der Menschen nach einer Lösung suchen und eine Auswahl treffen.

Welche Aufgabe wollen sie bewältigen? Welche Risiken möchten sie reduzieren? Welche Ergebnisse erwarten sie? Welche Informationen schaffen Vertrauen? Welche Erfahrungen prägen ihre Entscheidung?

Je genauer ein Unternehmen diese Fragen beantwortet, desto stärker verbindet sich seine Positionierung mit der Lebens- und Arbeitsrealität seiner Zielgruppen.

Der zentrale Gedanke lautet:
Relevanz entsteht, wenn Menschen ihre eigene Situation in der Botschaft eines Unternehmens wiedererkennen.

Zielgruppenprofile brauchen Entscheidungstiefe

Soziodemografische und firmografische Daten schaffen einen sinnvollen Rahmen. Für die Kommunikation braucht es zusätzlich ein Verständnis der konkreten Entscheidung.

Ein aussagekräftiges Zielgruppenprofil beschreibt:

  • die aktuelle Situation,
  • die angestrebte Veränderung,
  • zentrale Aufgaben und Herausforderungen,
  • Erwartungen an eine Lösung,
  • Entscheidungskriterien,
  • Informationsbedarf,
  • bevorzugte Kontaktpunkte,
  • beteiligte Personen.

Damit verschiebt sich der Blick von „Wer ist diese Person?“ zu „Was braucht diese Person für eine gute Entscheidung?“

Mehrere Zielgruppen brauchen einen gemeinsamen Kern

Unternehmen kommunizieren mit Kundinnen und Kunden, Bestandskundschaft, Bewerbenden, Mitarbeitenden,
Kooperationspartnern, Multiplikatoren und weiteren Stakeholdern.
Jede Gruppe betrachtet das Unternehmen aus einer eigenen Perspektive. Kundinnen und Kunden interessieren sich für Wirkung, Verlässlichkeit und Ergebnisse. Bewerbende achten auf Aufgaben, Entwicklungsmöglichkeiten, Zusammenarbeit und
Arbeitsbedingungen. Kooperationspartner bewerten Kompetenzen, Abläufe und Anschlussfähigkeit.
Eine klare Positionierung verbindet diese Perspektiven mit einem gemeinsamen Unternehmenskern. Die Gewichtung der
Botschaften verändert sich je nach Zielgruppe. Identität, Haltung und besonderes Leistungsversprechen bleiben erkennbar.

Notwendige Informationen und emotionale Motive verbinden

Entscheidungen entstehen aus sachlichen Kriterien und persönlichen Motiven. Gute Kommunikation berücksichtigt beide Ebenen.
Sachliche Informationen beantworten Fragen zu Leistung, Prozess, Qualität, Kosten und Ergebnissen. Emotionale Motive betreffen Sicherheit, Vertrauen, Anerkennung, Entlastung, Entwicklung oder Zugehörigkeit.
Ein technischer Vorteil gewinnt beispielsweise Relevanz durch seine konkrete Wirkung: kürzere Abläufe, höhere Verlässlichkeit, bessere Planbarkeit oder geringerer Abstimmungsaufwand.
Diese Übersetzung führt von der Leistung zum erlebbaren Nutzen.

Priorisierung erhöht die Wirkung

Ein Unternehmen kann mehrere Zielgruppen ansprechen. Für jede Leistung, Kampagne oder Entwicklungsphase braucht es eine klare Reihenfolge.

Drei Kriterien unterstützen die Priorisierung:

1. Strategische Bedeutung: Welchen Beitrag leistet die Zielgruppe zu den Unternehmenszielen?

2. Passung: Wie gut entsprechen Angebot und Stärken den Bedürfnissen dieser Gruppe?

3. Erreichbarkeit: Über welche Kontaktpunkte lässt sich die Zielgruppe wirksam ansprechen?

Diese Priorisierung lenkt Ressourcen auf die Gruppen mit der höchsten strategischen Bedeutung und Passung.

Botschaften aus der Zielgruppenperspektive entwickeln

Für jede priorisierte Zielgruppe lassen sich fünf Kernfragen beantworten:

1. Welche Situation verstehen wir besonders gut?
2. Welche angestrebte Veränderung unterstützen wir?
3. Welche unserer Stärken ist dafür besonders relevant?
4. Welche Belege schaffen Vertrauen?
5. Welcher nächste Schritt passt zur Entscheidungssituation?

So entsteht eine Botschaft, die das Unternehmen und die Perspektive der Zielgruppe verbindet.
Der Edelman-LinkedIn B2B Thought Leadership Impact Report zeigt die Bedeutung dieser Außenperspektive. 73 Prozent der befragten Entscheiderinnen und Entscheider bewerten hochwertige Thought-Leadership-Inhalte als vertrauenswürdigere Grundlage zur Einschätzung von Kompetenzen als klassische Marketingmaterialien. Besonders wirksam sind Inhalte, die ein konkretes Geschäftsproblem verständlich machen und Orientierung geben.

Der Zielgruppencheck

Die Qualität eines Zielgruppenverständnisses zeigt sich anhand konkreter Aussagen:

  • Wir kennen die wichtigsten Entscheidungssituationen.
  • Wir verstehen die Erwartungen und Prioritäten der beteiligten Personen.
  • Wir können den relevanten Nutzen aus ihrer Perspektive formulieren.
  • Wir wissen, welche Belege Vertrauen schaffen.
  • Wir kennen die passenden Kontaktpunkte und nächsten Schritte.

Je konkreter diese Aussagen belegt werden können, desto tragfähiger ist die Grundlage für Positionierung und Kommunikation.

Zielgruppenorientierung stärkt das Unternehmensprofil

Eine starke Positionierung verbindet die Identität und Kompetenz des Unternehmens mit den Bedürfnissen seiner relevanten Zielgruppen.
Diese Verbindung schafft Präzision. Das Unternehmen spricht über die Aspekte, die für Entscheidungen eine echte Bedeutung besitzen. Gleichzeitig bleibt sein eigener Kern in jeder Botschaft erkennbar.
Zielgruppen bilden damit einen zentralen Bestandteil der Positionierung. Sie geben Leistungen Bedeutung, Stärken, Relevanz und die Kommunikationsrichtung.

Ausblick auf Teil 4: Im nächsten Beitrag zeigen wir, wie aus Fähigkeiten und Leistungen relevante, glaubwürdige und belegbare
Unterschiede zum Wettbewerb entstehen.

NUSSBAUM Marketing & Kommunikation GmbH
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